Kleine Anleitung zum Kaffeekochen

Schon wieder Freitag und damit Zeit, mal einen wichtigen Erfolgsfaktor dieser meiner Arbeitswoche festzuhalten: Kaffee.

Auf den ersten Blick trivial erscheinend, begleitet er doch viele von uns durch den einen oder anderen schwierigen Vormittag, ist Conversation Starter bei unterschiedlichen Gelegenheiten und ein wichtiges Aushängeschild bei Kunden und Partnern („Erinnerste dich noch? Da war der Kaffee so schlecht, da geh‘ ich nicht mehr hin!“). Außerdem ist er ein nicht unerheblicher Bestandteil der innenpolitische Situation der Bürogemeinschaft.

In diesem zweiten Teil meiner Anleitung für Alltägliches möchte ich daher einige wichtige Lehren übers Kaffeekochen festhalten, die ich im Laufe der letzten Jahre sammeln durfte (zugegeben, die folgenden Punkte basieren zu einem nicht unerheblichen Teil Schusseligkeiten meinerseits – men lernt eben jeden Tag dazu).

Das Einschalten der Kaffeemaschine.

Dies wird im Allgemeinen als der wichtigste aller Arbeitsschritte beim Kaffeekochen angesehen. Ist dieser Schritt bei Filtermaschinen noch eher unproblematisch, haben Padmaschinen die Eigenschaft, nach dem Einschalten einen Aufwärmvorgang von ca. 20 Sekunden einzuschieben. Bei Kaffeebedarf wird dringend empfohlen, sich während dieser Zeitspanne nicht von der Maschine zu entfernen. Sonst könnte eventuell der Fall eintreten, dass man sich durch die Arbeit vom Kaffeekochen ablenken lässt. Wer kennt das? Die fertig bestückte Maschine – mittlerweile aufgewärmt – steht immer noch da, genauso wie vor meinem Meeting, den 24 Telefonaten und den 3 Berichten, die ich gerade fertiggestellt habe. Wahrscheinlich werden Organisationspsychologen in den nächsten Jahren feststellen, dass sich die Produktivität und Arbeitsmotivation durch Einschalten von Kaffeemaschinen massiv steigern lässt.

Der Betrieb der Kaffeemaschine.

Bei jeder Kaffeemaschine sind gewisse technische Voraussetzungen zu beachten, um ein erfolgreiches Ergebnis beim Kaffeekochen zu garantieren.

Bei Padmaschinen bietet es sich in viele Fällen an, vor dem Einschalten den Deckel der Maschine zu schließen. So sparen Sie nicht nur Zeit beim Säubern der Wände und der sonstigen Umgebung sondern stellen darüber hinaus sicher, dass tatsächlich auch Kaffee in der Tasse landet. Dafür ist es im Übrigen von Vorteil und ratsam, eine Tasse unter den Ausguss zu stellen.

Das Äquivalent einer entsprechenden Tücke bei Filtermaschinen ist das Einsetzen des Auffangbehälters. Hier entsteht bei Nichtbeachten in der Regel weniger Dreck als bei der Padmaschine, das Herabtropfen des Kaffees auf die Warmhalteplatte verursacht jedoch oftmals unangenehme Gerüche bishin zum Auslösen von Feuermeldern. Die resultierende Lärmbelästigung ist wenig förderlich für die Effizienz des Arbeitsprozesses.

Die Kaffeestärke.

Padmaschinen schützen uns mittlerweile vor uns selbst, indem sie die Möglichkeiten für die Regulation der Kaffeestärke extrem einschränken. Trotzdem können sich auch hier massive Fehler in der Zubereitung einschleichen. Kochen Sie für Gäste, erfragen Sie auf jeden Fall die Präferenzen Ihres Gegenübers (ganze oder halbe Tasse), um gewaltätige Auseinandersetzungen, wildes auf-die-Stop-Taste-Drücken und notwendige Umverteilungen von vorneherein zu vermeiden.

Der viel verbreitete Luxus von Padmaschinen führt dazu, dass Handregeln für die Befüllung von Filtermaschinen immer mehr aus dem (analogen) Wissenspool der Menschheit verschwinden. Sollten Sie sich hier unsicher sein, stellen Sie im Vorfeld folgende Überlegungen an:

  • Wie möchte ich meine Gesprächsrunde haben – hellwach und aufmerksam oder zitternd und schwitzend?
  • Wieviel Kaffee trinkt jede/r der Anwesenden – 8 oder 12 Tassen?
  • Wofür kann und möchte ich übriggebliebenen Kaffee noch verwenden – wird eventuell irgendwo noch Dichtungsmasse benötigt?

Fallen Euch noch andere Tipps ein? Was war der größte Kaffe-„Fail“, den ihr bisher erlebt habt?

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