Facebook-Stalking vor dem ersten Date

Man bemerkt, das Thema lässt mich nicht los. Hier einige Gedanken zu den Konsequenzen des Facebook-Stalkings vor dem ersten Date – zeitsparende Selektion oder verpasste Chance?

Es scheint ja mittlerweile normal zu sein, dass man jemanden nach dem Kennenlernen zunächst mal bei Facebook addet und somit Zugang zu einer Menge Informationen über die betreffende Person erhält, die man bei einem ersten Date gar nicht angesprochen hätte. So entdeckt man eventuell Gemeinsamkeiten auf die man sonst gar nicht gekommen wäre. Aber natürlich ist auch der umgekehrte Fall denkbar: So wie Personaler immer häufiger zunächst nachschauen, welche Bewerber/innen sich nicht darum gekümmert haben ihre privaten Partyfotos aus dem Netz verschwinden zu lassen, so wäre es doch auch möglich, dass man einen potentiellen Partner „aussortiert“ bevor man wirklich mit ihm/ihr gesprochen hat.

Erinnert sich noch jemand an die Folge „Mystery vs. History“ von How I met your Mother?

Die Moral in Kurzfassung: Hätte ich mal nicht online nachgeschaut, dann wäre das vielleicht etwas geworden. Wie oft so etwas tatsächlich passiert weiß ich nicht aber trotzdem stellt sich die Frage „Was wäre gewesen wenn?“.

„Damals“ als die Kommunikation im Internet noch durch kreative nicknames und nicht durch komplette Persönlichkeitsprofile geprägt war, wurde angenommen dass es einfach seine Zeit dauert, bis man ein Level an Intimität (nein, nicht sexuell, ich rede vom Kennenlernen) mit jemandem erreicht das ähnlich ist wie das in der „realen“ Kommunikation. Mittlerweile ist das ein wenig anders: Ein Blick aufs Facebook-Profil und ich weiß mehr über jemanden als mir lieb ist. Auch diese Eindrucksbildung ist – wie eigentlich jede Art der Kommunikation – durch einen gewissen Interpretationsspielraum geprägt, den der betroffene Profilbesitzer schwer beeinflussen kann.

Mein potentielles nächstes Date hat „Meister Propper“ geliked. Vielleicht hat er/sie eine schwerwiegende Reinlichkeits-OCD. Vielleicht ist sie Social Media Manager/in bei P&G und damit genau auf meiner Wellenlänge. Vielleicht lohnt es sich nachzufragen statt „auszusortieren“.

 

 

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