Facebook-Stalking von Ex-Partnern

Facebook-Stalking Teil 3 (Teil 1, Teil 2). Es ist schon ein wenig länger her, als ich nach einer seltsamen Abnehm-Sport-Diät Phase einer guten Freundin dahinter kam, dass der ursächliche Aspekt eine Information auf Facebook war, nach der der Ex eine Neue zu haben schien. Die darauf folgende Frage warum sie sich nicht von der Facebook-Seite des Herrn fernhielt, blieb unbeantwortet. Warum tun wir uns so etwas an?

Ex-Partner auf Facebook stalken – was macht man denn da so?

Zwei geschätzte Kollegen aus Michigan (bzw. mittlerweile teilweise Washington) – Stephanie Tong und Joe Walther – haben sich mit der Frage befasst, welche Formen das Facebook-Stalking von Ex-Partnern annehmen kann und drei Muster identifiziert:

  • Was macht der/die denn jetzt so?
  • Hat der/die schon eine/n Neue/n?
  • Was sagt der/die denn über mich und unsere Beziehung?

Weiterhin wurden Faktoren untersucht, die mit diesen Verhaltensweisen zusammenhängen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Facebook-Stalking dazu dient, Unsicherheit zu reduzieren – so wurde mehr gestalked wenn man sich unsicher war, warum die Beziehung gescheitert ist und wenn man selbst nicht Schluss gemacht hat.

Dieses Verhalten muss noch nicht zwingend krankhaft sein sondern ist vielleicht auch eine Art Bewältigungsstrategie. Es gibt aber auch Formen des Facebook-Stalkings, die über die reine Informationssuche hinaus gehen (untersucht von Amy Lyndon der East Carolina University und Kollegen), darunter Provokation und öffentliches Angreifen des Ex-Partners vor den jeweiligen Facebook-Freunden.

Diese Arten des Facebook-Stalkings wurden in der Studie mit krankhaften Verhaltensweisen in Zusammenhang gebracht, die auch das Stalken von Ex-Partnern im „realen Leben“ beschreibt.

Ist das gut für uns?

Nach den obrigen Ausführungen lässt sich bereits festhalten (wie das so oft ist, wenn man wissenschaftliche Ergebnisse differenziert betrachtet): Es kommt darauf an. Bewältigungsstrategien an sich klingen erst einmal positiv; aber irgendwann hört der „Spaß“ auf – und zwar nicht erst bei krankhaften Verhaltensweisen.

Ergebnisse einer weiteren Studie zum Thema (von Tara Marshall aus Uxbridge) lassen vermuten, dass der weitere Kontakt (dazu zählt auch das passive Beobachten) zu Ex-Partnern über Facebook uns daran hindert, loszulassen: Personen, die dies regelmäßig taten berichteten mehr negative Gefühle und Verlangen nach dem Ex-Partner als solche die sich über Facebook voneinander fern hielten (kontrolliert wurden hierbei Persönlichkeit, Umstände der Trennung und der Offline-Kontakt).

In der heutigen Zeit ist der Kontaktabbruch nach Beziehungsende nicht mehr so einfach. Durch Interaktion mit gemeinsamen Freunden über Facebook lässt es sich oft nicht vermeiden, dass man sich „trifft“. Das passiert natürlich auch offline. Viel gravierender ist möglicherweise der einfache Zugang zu Informationen über das Internet, welcher das „Stalking“ ermöglicht.

 Quellen

Lyndon,Bonds-Raacke, Cratty (2011). College students‘ Facebook stalking of ex-partners. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking 14(12):711-6. doi: 10.1089/cyber.2010.0588.
Tara C. Marshall (2012). Facebook Surveillance of Former Romantic Partners: Associations with PostBreakup Recovery and Personal Growth . Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking 15(10): 521-526. doi:10.1089/cyber.2012.0125.
Tong & Walther (2011). Facebook and relational termination: Connection, isolation, and stalking. Paper presented to the Symposium on Relationships and the Internet. Oxford Internet Institute. Oxford, UK.

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