Facebook-Stalking vor dem ersten Treffen

Freitag war ich bei einer Weinprobe. Eine gute Freundin war spät dran, weil sie der Eröffnungsfeier ihres Abendstudiums beiwohnen wollte/musste. Nach ein paar Jahren Arbeit im Anschluss an die Ausbildung hatte sie beschlossen den lange gehegten Traum eines Studiums in Angriff zu nehmen. Klar, dass die meisten ihrer Mitstudierenden ein wenig jünger sein würden als sie. Womit sie nicht gerechnet hatte, war, dass diese sich im Vorfeld schonmal ihr Facebook-Profil angesehen hatten um herauszufinden mit wem sie es zu tun bekommen würden. Sie fand das nicht nur „gruselig“ sondern wäre selbst nie auf die Idee gekommen, das zu tun. Das Ganze artete aus in eine Wein-lastige, philosophische Diskussion über die Veränderungen, die Facebook in Bezug auf „erste Treffen“ mit sich bringt.

Und ich erinnere mich daran, dabei über einen post von danah boyd gesprochen zu haben, den ich zufällig am gleichen Tag entdeckt hatte. Darin thematisiert sie die Konsequenzen von Facebook-Stalking vor dem eigentlichen Treffen (face-to-face) für das Amerikanische College System: Mehr Sicherheit, mehr Wahlfreiheit, aber weniger lehrende Stolpersteine und weniger Diversity?
Ich kann nicht beurteilen ob das eine realistische Einschätzung ist (dafür war meine Zeit an der MSU zu kurz), ist das ein Thema über das es sich lohnt nachzudenken. Macht Facebook erste Treffen einfacher? Verhindert es sogar, dass es überhaupt zu einem face-to-face Treffen kommt? Und ist das gut oder schlecht? Ich denke da nochmal ein wenig länger drüber nach und werde die Ergebnisse in Zukunft hier im Blog festhalten.

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