Jetzt ist es raus: Facebook macht neidisch UND glücklich

Wir erinnern uns sicher alle noch an die Studie aus Berlin/Darmstadt in der festgestellt wurde, dass Facebook neidisch macht und unser Wohlbefinden negativ beeinflusst (Studie 1). Jetzt kommt eine andere Studie von Alice Good und Kollegen aus Portsmouth (Studie 2), in der anscheinend genau das Gegenteil festgestellt wurde: Facebook macht glücklich. Wie passt das zusammen?

Wir halten nochmal fest: In Studie 1 wurden Indizien dafür gefunden, dass der Einfluss von Facebook-Nutzung auf persönliches Wohlbefinden über Neid entsteht. Warum? Weil wir alle auf Facebook hauptsächlich das mitteilen, was an unserem Leben grad toll läuft (Übrigens, einige schöne Gedanken dazu gab es heute auf netzwertig). Sehen wir uns also die schönen Erlebnisse anderer an, kann das zu sozialem Vergleich führen und Unzufriedenheit mit unserem eigenen Leben auslösen.

Die Forscher in Studie 2 fokussierten in ihrer Studie die Fragestellung, welche Aktivitäten bei Facebook nach persönlichem Empfinden dabei helfen, die Stimmung zu verbessern. Das Ergebnis: Das Durchstöbern der eigenen Timeline. Schauen wir jetzt mal großzügig an der Tatsache vorbei, dass Studie 2 mit rein deskriptiven Ergebnissen (und einer dafür eigentlich viel zu kleinen Stichprobe) arbeitet und stellen fest: Das macht durchaus Sinn. Das Durchstöbern der eigenen Wall kann uns an vergangene schöne Erlebnisse erinnern und unser Augenmerk darauf legen, wie schön unser eigenes Leben mitunter sein kann.

Ich möchte dafür plädieren differenziert zu betrachten was man auf Facebook tut bevor geschrien werden darf „Facebook macht neidisch und einsam“. Ich möchte mich nicht dazu hinreißen lassen (aus o.g. Gründen) die deskriptiven Ergebnisse von Studie 2 als eindeutiges Indiz dafür zu präsentieren, sondern verweise an dieser Stelle nochmal auf eine Infografik mit einer kleinen Zusammenfassung von Ergebnissen zur Facebook-Nutzung, die ich vor nicht allzu langer Zeit gebastelt habe.

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