Die besten Tools für Abschlussarbeiten (Teil 1)

Zwei habe ich bereits hinter mir und die dritte, aber bisher größte Herausforderung ist momentan in Arbeit. Ob Bachelor-, Master-, Magister-, Diplomarbeiten oder Dissertationen – jede Art von Abschlussarbeit beinhaltet eine Menge Fleiß und Herzblut (das kann natürlich auch auf jede Hausarbeit bereits zutreffen). Ob empirisch gearbeitet wird oder nicht, es gibt es kleine und große – oftmals kostenlose – hilfreiche Tools für Abschlussarbeiten, die ergänzende Funktionen einnehmen oder meiner Meinung nach einfach unverzichtbar sind. Hier sind meine Lieblings-Tools für die 5 wichtigsten Aufgaben.

Aufgabe 1: Ideen sammeln und sortieren

Die meistens ersten und oft auch komplexesten Schritte bei der Erstellung einer Abschlussarbeit sind die Themenfindung und die Strukturierung der eigenen Ideen. Für diese Aspekte hat jeder so seine eigenen Hausmittelchen, die oft auf Erfahrung beruhen und gerade deshalb anfangs so schwierig sind.

Für das Sammeln von Ideen bevorzuge ich etwas, was schnell zugänglich und flexibel ist. Denn das teuflische an Ideen ist ja, dass sie einem oft spontan und unverhofft in den Sinn kommen. Nein, ich schlafe nicht mit einem Notizbuch neben dem Bett, aber ich habe auf meinem Desktop immer einen Notizzettel offen, auf dem ich Ideen notieren kann oder in den ich Texte, URLs o.ä. rein kopieren kann. Seit Vista bietet Windows eine entsprechende Funktion an (Kurznotizen). Die Notizzettel werden – sofern Inhalte vorhanden sind – beim Neustart des Systems aufgerufen und bleiben diskret im Hintergrund. Hier lassen sich schnell und ohne viel Aufwand Informationen ablegen, die dann bei Bedarf weiterverarbeitet oder wieder gelöscht werden können.

Einem ähnlichen Prinzip folgend aber wesentlich fortgeschrittener ist OneNote. Auch hier ist ein Notizblatt im Prinzip wie ein großer Zettel zu sehen, auf dem ich alles aufschreiben und in den ich alles rein kopieren kann was ich finde (z.B. auch Bilder). Ich kann Tabellen anlegen und mit Hilfe von Zeichentools auch highlighten und mindmappen. Außerdem lassen sich Notizen in OneNote organisieren: Jedes Notizbuch kann beliebig viele Abschnitte enthalten, die beliebig viele Seiten enthalten können. Hiermit habe ich z.B. den Theorieteil meiner Masterarbeit strukturiert. Ich kann mir vorstellen, dass mit Windows 8 das Ganze nochmal etwas fetziger wird. Als früherer Teil des Office Paketes ist die Vollversion allerdings nicht ganz billig (ca. 60 Euro).

Ich möchte übrigens anmerken, dass es reiner Zufall ist, dass direkt die ersten Tools vom großen M stammen, ich gelobe Besserung bei den folgenden Aufgaben.

Aufgabe 2: Literatur verwalten

Mittlerweile dürfte jeder verstanden haben, dass gründliche Quellenarbeit nicht nur beim wissenschaftlichen Arbeiten einfach ein Muss ist. Dabei ist das je nach Komplexität der Arbeit gar nicht immer so einfach. „Wo habe ich das nochmal gelesen?“ ist eine Frage, die früher oder später jeden trifft, genauso wie „Sind jetzt wirklich alle Quellen aus dem Text im Literaturverzeichnis?“ und „Hatte ich nicht noch mehr zum Thema XY?“.

Die Antworten liefern sog. Literaturverwaltungsprogramme. Mein persönlicher Favorit ist Citavi. Hier lassen sich nicht nur Referenzen mitsamt der dazugehörigen Dokumente (PDFs, Doks, Internetseiten) einpflegen (entweder von Hand oder per Identifikationsnummern wie doi oder ISBN) und sammeln, sondern auch organisieren. Das Zuteilen von Metadaten Kategorien oder Tags, das Vergeben von Aufgaben und auch die Bewertung einzelner Einträge ist möglich. So kann mit Hilfe des Programms direkt in Verbindung mit der Literatur am eigenen Wissensmanagement gearbeitet werden. Das kann man auch gemeinsam machen, denn von Citavi wird eine Teamversion angeboten.

screenshot citavi

Darüber hinaus kann man mit Citavi auch das Literaturverzeichnis anlegen. Man setzt entsprechende Marker im Text mit Hilfe des Publikationsassistenten und der Rest geht ganz automatisch. Es gibt Vorlagen für Publikationsstile (z.B. APA), das Programm bietet aber auch die Möglichkeit, eigene Vorlagen anzulegen. Hierzu muss man allerdings sagen, dass zumindest bei APA 6 hier öfter noch Probleme auftreten (vor allem bei weniger gängigen Publikationsformen). Man sollte das Literaturverzeichnis (Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung) in jedem Fall nochmal selbst gründlich kontrollieren. Citavi nimmt vor allem Arbeit dabei ab, das Literaturverzeichnis mit den Quellen im Text abzugleichen.

Von Citavi gibt es eine kostenlose Version mit allen Funktionen, die aber maximal 100 Quellen verarbeiten kann. Reicht vielleicht für Hausarbeiten oder eine Bachelorarbeit, danach wird es komplexer. Die Vollversion, Citavi Pro wird an vielen Universitäten über eine Campuslizenz kostenlos angeboten. Außerdem kann man sich mit einer Kurzvorstellung der eigenen Arbeit um eine kostenlose Vollversion bewerben.

So, das waren die ersten beiden größeren Aufgaben, die bei der Erstellung einer Abschlussarbeit anfallen. Beim nächsten Mal gibt es Erfahrungen und Ideen für den empirischen Teil.

  • Aufgabe 3: Daten erheben
  • Aufgabe 4: Daten aufbereiten und auswerten

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