Bewerbung: Die falsche E-Mail Adresse kann dem Traumjob im Weg stehen

„Neue E-Mail von dungeonmaster23“ oder „Kittycatlover schrieb“ – die Verwendung solcher und ähnlicher Nicknames scheinen für den professionellen beruflichen Kontext zunächst eigentlich völlig absurd. Und doch schleichen sich anscheinend immer wieder entsprechende E-Mail Adressen in die Lebensläufe von BewerberInnen; ob aus Unwissen oder Nachlässigkeit ist dabei eigentlich egal – die Konsequenzen können verheerend sein.

„kittycatlover“ hat geringe Chancen auf eine Anstellung

Eine aktuelle Studie von WissenschaftlerInnen der Universität Amsterdam (Abteilung Sozial- und Organisationspsychologie) befasste sich mit der Frage, wie sich informelle E-Mail Adressen auf Bewerbungen auswirken. Dazu baten sie 73 Personalvermittler verschiedener Firmen, potentielle BewerberInnen auf Basis der Lebensläufe zu bewerten und anzugeben, wie wahrscheinlich sie diese einstellen würden. Dabei variierten die ForscherInnen, ob die AnwärterInnen eine formelle (den Klarnamen beinhaltende) oder informelle (Fantasienamen beinhaltende) E-Mail Adressen verwendeten. Das Ergebnis überrascht eigentlich nicht: BewerberInnen mit Fantasienamen hatten wesentlich weniger Chancen auf eine Anstellung. Im Detail wurde der Effekt durch die wahrgenommene Gewissenhaftigkeit mediiert, d.h. die Verwendung von Spaß-Adressen hatte einen negativen Effekt darauf, als wie gewissenhaft die PersonalerInnen die Person wahrnahmen, was sich letztendlich negativ auf die Einstellungswahrscheinlichkeit auswirkte.

Spaß-Adressen hinterlassen einen ähnlich negativen Eindruck wie Rechtschreibfehler

Zusätzlich zur E-Mail Adresse variierten die ForscherInnen die An- bzw. Abwesenheit von Rechtschreibfehlern in den zu bewertenden Lebensläufen. Auch hier zeigte sich wenig überraschend, dass Rechtschreibfehler sich negativ auf die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung auswirkten – und zwar in vergleichbarem Maße wie die untersuchten informellen E-Mail Adressen.

Auch wenn die Art der E-Mail Adresse wie ein lästiges, zu vernachlässigendes Detail auf der eigenen Bewerbung erscheint, zeigen die Ergebnisse aus den Niederlanden, dass sich das Einrichten einer „professionellen“ Adresse durchaus lohnt.

Ein Blick ins Studium – Uni-E-Mail Adressen als nerviges Übel?

Ich kann mich noch an die Empörung bei vielen Studierenden erinnern, als alle MitarbeiterInnen angehalten wurden, auf E-Mails von privaten Adressen schlichtweg nicht mehr zu antworten. Studierende sollten zur Kommunikation mit MitarbeiterInnen und ProfessorInnen die ihnen zugewiesene, kostenlose Uni-E-Mail Adresse nutzen. Für viele war das unbequem, einige hatten sie noch nie benutzt, wieder andere hatten ihr Passwort vergessen – kurz: Man empfand dies als eine nervige Schikane. Die oben beschriebenen Ergebnisse verdeutlichen wohl, dass diese Maßnahme auch für die „Betroffenen“ nur von Vorteil sein kann – wer will vor der Professorin schon gern als wenig gewissenhaft dastehen? Außerdem kann es vor dem Hintergrund zukünftiger Jobsuche wohl nie zu früh sein, seine eigene E-Mail Kommunikation entsprechend zu professionalisieren, damit es bei der Bewerbung nicht zu solchen Patzern kommt.

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